Forschung
Netzwerke

Netzwerke zur Bündelung der naturwissenschaftlichen Forschungsbereiche

SMART BIOTECS – WIRKSTOFFE UND IMPLANTATE

© Eberhard Franke
Copyright: Eberhard Franke
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SMART BIOTECS bildet eine der drei Forschungslinien der Wissenschaftsallianz zwischen der Leibniz Universität Hannover und der Technischen Universität Braunschweig. Die Allianz wurde von Akteuren der beiden Hochschulen ins Leben gerufen und vom Land Niedersachsen gefördert. Sie hat das Ziel, die Spitzenkompetenzen der beiden Standorte zu identifizieren, durch strategische Maßnahmen zu bündeln und eine Stärkung der Standorte zu erreichen.

Die Forschungsexzellenz beider Hochschulen im Bereich der Biomedizinforschung spiegelt mit zwei eigenständigen Forschungssträngen in SMART BIOTECS – Wirkstoff- und Implantatentwicklung – die komplementäre Kompetenz der niedersächsischen Standorte wider. Jeder Forschungsstrang verfügt über eigene und klar definierte Ziele, lässt jedoch Synergien und verbindende neue methodische Ansätze in den beiden Forschungssträngen erwarten.

Wirkstoffentwicklung: Aus der Gesamtpalette der modernen Werkzeuge – aus Molekularbiologie, synthetischer Chemie, Ingenieurswissenschaften und Systembiologie – werden in diesem Forschungsstrang neue Wirkstoffe identifiziert, synthetisiert und modifiziert. Wirkmechanismen werden aufgeschlüsselt und Arzneimittel als Smart-Drugs formuliert, die besonders für Krankheiten des 21. Jahrhunderts eine wichtige Rolle spielen. Im Fokus liegen dabei neurodegenerative- und Infektionskrankheiten sowie Resistenzbildungen. Implantatentwicklung: In diesem Forschungsstrang werden intelligente Festkörper und Gewebeimplantate entwickelt, die durch hohe Patientensicherheit, Biokompatibilität und Funktionalität gekennzeichnet sind. Neue Werkstoffe, integrierte Sensorik zur gezielten Wirkstofffreisetzung und Simulationsverfahren sollen Infektionen und Abstoßungen von Implantaten verhindern und personalisierte Biomedizinprodukte für eine alternde Bevölkerung bereitstellen.

An der Leibniz Universität Hannover wird SMART BIOTECS von mehreren Arbeitsgruppen fakultätsübergreifend umgesetzt. Die transdisziplinären Forschungsfelder werden durch eine enge Zusammenarbeit zwischen der Fakultät für Maschinenbau, der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik und der Naturwissenschaftlichen Fakultät getragen.
Maßnahmen aus SMART BIOTECS, die an der Naturwissenschaftlichen Fakultät angesiedelt sind, schließen die Nachwuchsgruppe (Junior Research Group) „Alkaloidchemie“, die Kompetenzgruppe „Biotesting“ sowie die neuen Professuren „Zellbiologie“ und „Synthesetechnik“ ein.

Sprecher der Forschungslinie SMART BIOTECS an der Leibniz Universität Hannover: Prof. Dr. Thomas Scheper, Institut für Technische Chemie
Koordinatorin: Dr. Iliyana Pepelanova


TRAIN – BIOMEDIZINISCHE TRANSLATIONSALLIANZ IN NIEDERSACHSEN

Quelle: TWINCORE / Felix Schmitt
Plattform zur kooperativen und komplementären Nutzung der Omics-basierten Technologien
Plattform zur Stärkung der Ausbildungsqualität des wissenschaftlichen Mittelbaus

Die Translationsallianz in Niedersachsen ist ein Verbund von Institutionen für biomedizinische Forschung und Entwicklung in der Region Hannover-Braunschweig, der vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert wird. Mit TRAIN haben die Forschungseinrichtungen der Region eine gemeinsame Plattform geschaffen, die dem Ziel dient, neue Therapien und Diagnostika für die Behandlung von Infektionskrankheiten aus der Forschung in die klinische Anwendung zu überführen.

Die Leibniz Universität Hannover stellt in TRAIN mit der Naturwissenschaftlichen Fakultät seine große Expertise in chemisch-biologisch orientierter Wirkstoffforschung zur Verfügung. Dies beinhaltet neben der Synthese-Chemie, Infektions- und Anti-Tumorforschung auch die Isolierung und Identifizierung neuer Wirkstoffe, speziell aus Pflanzen. Zusätzlich liefern die biotechnologischen und ingenieurwissenschaftlichen Institute das Wissen für die technische Umsetzung der Ergebnisse aus der Grundlagenforschung.

Die Translationsallianz bildet mit unterschiedlichen Plattformen ein enges Netzwerk zwischen den Partnerinstitutionen:

Der Bedarf an Omics-basierten Technologien nimmt in der Grundlagen- und translationalen Forschung kontinuierlich zu. Besonders Hochdurchsatzverfahren haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und ihre Bedeutung bei klinischen Fragen wächst stetig. Mit einem gemeinsamen Konzept zur kooperativen und komplementären Nutzung der technologischen Ressourcen, baut die Plattform TRAIN Omics die Omics-Technologien in der Region aus und stellt sie Forscherinnen und Forschern zur Verfügung. Die LUH ist insbesondere an den Strategien zur Datenbewältigung und -auswertung beteiligt.

Forschungsprojekte, die durch gemeinsame TRAIN Infrastrukturen betrieben werden oder besondere translationale Expertise in das Netzwerk einbringen, nutzen als TRAIN Projects die Vorteile des engen Austauschs im TRAIN Konsortium und die Unterstützung der Lenkungsgruppe in die die LUH ihre Expertise einbringt.

In der Weiterbildungsplattform TRAIN Academy bündeln Expertinnen und Experten der zehn TRAIN Einrichtungen und externe Partner ihr Know How für Weiterbildungsangebote im Bereich der translationalen Forschung. Ziel der TRAIN Academy ist es, die Ausbildungsqualität des wissenschaftlichen Mittelbaus zu stärken. Das zentrale Element in der TRAIN Academy ist derzeit die zweijährige berufsbegleitende Weiterbildung "Translationale Forschung und Medizin: Von der Idee zum Produkt". Das Angebot der TRAIN Academy wird sukzessive weiter entwickelt. Diese auf frühe Karrierestufen - vor allem Postdoktorandinnen und -doktoranden - ausgerichteten Weiterbildungsangebote sind in der Region einzigartig. Sie fördern nicht nur die Karrierechancen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sondern auch die intensive Vernetzung von Expertinnen und Experten in frühen Karrierestadien im Forschungsland Niedersachsen.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Kalesse