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Studierendenteam Glücksklee gewinnt Wissenschaftspreis Niedersachsen 2023

Studierendenteam Glücksklee gewinnt Wissenschaftspreis Niedersachsen 2023

Pflanzliche Symbiosen unter Mikrogravitation

Das Team Glücksklee konzipierte eigeninitiativ ein Projekt zur Erforschung selbst düngender Pflanzen im Weltall: Untersucht werden sollte die Funktionalität der Symbiose zwischen stickstofffixierenden Bodenbakterien und dem mediterranen Schneckenklee Medicago truncatula unter Bedingungen der Schwerelosigkeit. Die Leguminose erhält hierbei den nötigen Stickstoff von den symbiontischen Bakterien, diese wiederum erhalten lebenswichtige Nährstoffe von der Pflanze. Besonders bei Langzeitmissionen im All wären selbst düngende Pflanzen nützlich, um Forschende mit Nahrung zu versorgen, ohne auf mitzuführenden Dünger angewiesen zu sein.
Das Projekt war vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit einem Preis ausgezeichnet worden, der die experimentelle Durchführung der Projektidee auf der Internationalen Raumstation (ISS) beinhaltete. Der Flug des Experiments zur ISS erfolgte am 14. März 2023, worauf eine 26-tägige Durchführungsphase folgte. Die Auswertung der Ergebnisse, vor allem mit Blick auf die Auswirkung auf das Pflanzenwachstum, hat gerade erst begonnen.

Mit der interdisziplinären Zusammenarbeit von Bachelor- und Masterstudierenden in den Bereichen Pflanzenwissenschaften, Maschinenbau und Informatik konnte das Studierendenprojekt die wissenschaftliche Kommission Niedersachsen überzeugen, sodass sie nun die Auszeichnung mit dem Wissenschaftspreis Niedersachsen 2023 in der Kategorie Studierende erhalten: „Die Prämierung mit diesem besonderen Preis in einem kompetitiven internationalen Wettbewerb zeugt von wissenschaftlicher Exzellenz und Relevanz des Vorhabens sowie ihres Engagements“, so Falko Mohrs, Minister für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen.
Der Wissenschaftspreis, der dem Team am 22. November 2023 im Landesmuseum Hannover überreicht wurde, ist mit einem Betrag von insgesamt 3.500 Euro zur persönlichen Verwendung dotiert.

Dr. Natalija Hohnjec, Laborleiterin der Abt. Pflanzengenomforschung und wissenschaftliche Betreuerin des Projekts Glücksklee, hebt hervor: „Für mich war es nach vielen Jahren der Erforschung pflanzlicher Symbiosen etwas ganz Besonderes, Studierende in einem so außergewöhnlichen Projekt zu begleiten. Durch vielfältiges Knowhow und kreative Herangehensweise an komplexe Anforderungen hat das Team Einmaliges möglich gemacht!“
Prof. Dr. Helge Küster, Geschäftsführender Leiter des Instituts für Pflanzengenetik, schließt sich an: „Es freut mich besonders, dass eine Gruppe unserer Bachelor- und Master-Studierenden der Pflanzenwissenschaften dieses spannende, interdisziplinäre Projekt gemeinsam mit Studierenden technischer Fächer konzipiert und über einen Zeitraum von fast zwei Jahren hinweg mit hohem Engagement am Institut für Pflanzengenetik vorangetrieben hat!“

Der Bau einer für das Experiment erforderlichen autonomen Phytokammer erfolgte mit technischer Unterstützung durch das Institut für Produktionsentwicklung und Gerätebau sowie dem Institut für Mikroelektronische Systeme der LUH.

„Nahrung aus der Luft“ nicht nur auf der Erde, sondern auch im Weltall

Am 13. Dezember 2023 stellen Justin Sondheim, Elsa Culemann und Dominik Woiwode vom Team Glücksklee zusammen mit Dr. Natalija Hohnjec und Prof. Dr. Helge Küster dieses Projekt in der Veranstaltungsreihe Herrenhausen Late von VolkswagenStiftung und LUH im Xplanatorium Herrenhausen auf der Bühne vor. Die Veranstaltung wird live gestreamt, das Vortragsvideo bleibt auch danach auf YouTube abrufbar.

Die Naturwissenschaftliche Fakultät gratuliert zu diesem tollen Erfolg!