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Leibniz-Forschungszentren mit Beteiligung der Naturwissenschaftlichen Fakultät

Die Forschungszentren der Leibniz Universität sind interdisziplinär ausgerichtete, hochschulinterne Forschungsverbünde. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Naturwissenschaftlichen Fakultät forschen in folgenden Zentren:

BMWZ – Biomolekulares Wirkstoffzentrum

Das Biomolekulare Wirkstoffzentrum/BMWZ bündelt die Forschungsschwerpunkte Chemie, Biowissenschaften und Strukturbiologie von wirkstoffbasierten Naturstoffen und ihren biologischen Targets. Das BMWZ ist auf die Entwicklung und Anwendung multidisziplinärer Methoden spezialisiert, welche die Bereiche organische und medizinische Chemie, Mikrobiologie, Molekularbiologie und Strukturbiologie vereinen.

Zu den zentralen Kompetenzen gehören die Kernspinresonanz (NMR) und weitere biophysikalische und rechnergestützte Methoden: Die Arbeitsgruppen Carlomagno/Marchanka (LUH/HZI) untersuchen die Strukturen von Wirkstoff-Targets in Ribonukleoprotein-Komplexen und entwickeln neue Methoden zur Unterstützung des strukturbasierten Wirkstoffdesigns. Ergänzt wird dies durch die Expertise der Arbeitsgruppe Preller (MHH) in Proteinkristallographie, die neue Inhibitoren gegen den Malariaparasiten entwickeln.

Die Biosynthese und Synthese von Naturstoffen wird vor allem von der Arbeitsgruppe Cox verfolgt, wobei Methoden der synthetischen Biologie und des „Metabolic Engineerings“ genutzt werden. Im Zentrum der Untersuchungen stehen Sekundärmetaboliten aus Pilzen. Die Nachwuchsgruppe Franke komplettiert diese biosynthetischen Arbeiten auf Pflanzeninhaltsstoffe.

Die Synthese von Natur- und Wirkstoffen sowie die Entwicklung molekularer Werkzeuge und Sonden für die Target-Validierung werden in den Arbeitsgruppen Kalesse, Kirschning, Brönstrup und Plettenburg betrieben. Diese wirkstoffbasierten Themen werden durch die Arbeitsgruppe Zeilinger durch die Entwicklung neuer Wirkstoff-Assays unterfüttert – insbesondere im Bereich der Hitzeschockproteine und chipbasierter Assays. Die Arbeitsgruppen Scheper/Stahl/Walter konzentrieren sich auf die Hochdurchsatztechnologien für die Assay-Entwicklung.

Das 2014 eröffnete Zentrum verfügt über moderne Laboratorien für chemische, molekularbiologische, mikrobiologische und Bio-NMR-spektroskopische Arbeiten.

FZ:GEO – Leibniz Forschungszentrum

Mit der erfolgreichen Kooperation von Geo- und Umweltwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Informatik im Rahmen des Leibniz Forschungszentrums FZ:GEO verfügt die Leibniz Universität Hannover über ein Alleinstellungsmerkmal.

Grand Challenges – Interdisziplinäre Geo-Forschung

Das Forschungszentrum bildet eine Plattform für interdisziplinäre Forschung und Lehre in den Fächern mit erdwissenschaftlichem Bezug. Sie liefert relevante Beiträge zu drängenden Fragen der Menschheit (Grand Challenges), die häufig einen Geo-Bezug aufweisen (z.B. globaler Wandel, nachhaltige Ressourcennutzung, Naturgefahren). Der Schlüssel hierzu liegt in der einmaligen Kombination verschiedener Disziplinen: Die Fragestellungen werden in der FZ:GEO in enger Kooperation zwischen Geowissenschaftlern und Ingenieuren sowie Informatikern bearbeitet. Der gemeinsame Zugang zu fortschrittlicher Infrastruktur und eine Vielzahl innovativer Methoden und Verfahren aus den Ingenieurwissenschaften, der Informatik und den Naturwissenschaften ermöglicht eine völlig neue Herangehensweise an die Lösung drängender geo- und umweltwissenschaftlicher Themen. Neben den Instituten an der Leibniz Universität spielen dabei die zentralen Forschungs- und Dienstleistungsinstitutionen auf Bundes- und Landesebene – BGR, LIAG, LBEG und LGLN – sowie starke Partner aus der Wirtschaft für FZ:GEO eine starke Rolle. Sie tragen zur besonderen Position Hannovers als einer der führenden Standorte für Geo-Forschung in Deutschland bei.

Im Zuge der bisherigen erfolgreichen Arbeit des Forschungszentrums FZ:GEO haben sich drei zukunftsträchtige Forschungsschwerpunkte herauskristallisiert: Erdoberflächenprozesse, Georessourcen und Digitalisierung. Aufgrund der großen Relevanz konnten diese Themen, im Zusammenspiel mit der Expertise der beteiligten Partner, konsolidiert werden. In allen drei Schwerpunkten sind mehrere Partner und Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Forschungsansätzen aktiv und bündeln die Kompetenzen im Zentrum. Aktuell werden institutsübergreifende Projekte unter Beteiligung mehrerer FZ:GEO-Arbeitsgruppen realisiert. Sowohl innerhalb der einzelnen Forschungsschwerpunkte als auch schwerpunktübergreifend kann auf die Expertise der unterschiedlichen Mitglieder sowie auf vielfältig vorhandene Methoden und Forschungsinfrastrukturen zurückgegriffen werden.

LNQE – Laboratorium für Nano- und Quantenengineering

Das Laboratorium für Nano- und Quantenengineering (LNQE) ist ein interdisziplinäres Leibniz Forschungszentrum, welches von den Fakultäten für Maschinenbau, Mathematik und Physik, Elektrotechnik und Informatik, Naturwissenschaft sowie dem Laserzentrum getragen wird. Die inhaltlichen Ziele umfassen sowohl die Grundlagenforschung als auch anwendungsbezogenes Engineering im Nanobereich zu den Themen "gezielte Synthese von Nanomaterialien", "Nanoelektronik", "Optik" und "biomedizinische Materialien".

Die Naturwissenschaftliche Fakultät ist mit den vier chemischen Instituten am LNQE vertreten:
Anorganische Chemie, Organische Chemie, Physikalische Chemie und Elektrochemie, Technische Chemie

Zentralen Beiträge der naturwissenschaftlichen Arbeitsgruppen am LNQE umfassen die Bereitstellung, Funktionalisierung und physikalisch-chemische Analyse von Materialien und Nanostrukturen. Die Anwendungen der neuen Materialien liegen in der Energiespeicherung und -konversion, AK Behrens, sowie in der effizienten Informationsspeicherung, AK Renz. Des Weiteren werden Materialien entwickelt, die ihre Eigenschaften durch einen äußeren Reiz, wie beispielsweise Licht, elektromagnetischer Umgebung und pH-Wert, verändern (AK Kirschning und AK Behrens). Ein weiteres großes Anwendungsgebiet der im LNQE studierten Materialien ist ihre Nutzung als Membranmaterialien für die Gas-Separation und die Katalyse, AK Caro. Hier kommen insbesondere Perovskite und Zeolite mit metallorganischen Grundstrukturen zur Anwendung. Der zweite große wissenschaftliche Beitrag für das LNQE sind die nanostrukturierten Materialien, ihre Herstellung und Charakterisierung sowie die gezielte Erzeugung übergeordneter Clusterstrukturen, AK Bigall. Sie besitzen vielfältiges Anwendungspotenzial, für den Transport und die kontrollierte Freisetzung von Wirkstoffen, AK Bigall, Kirschning, Behrens.

NIFE – Zentrum zu Biomedizintechnik und Implantatforschung

Das gegründete Forschungszentrum NIFE, getragen von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und der Leibniz Universität Hannover (LUH), in Zusammenarbeit mit dem Laser Zentrum Hannover (LZH), hat zum Ziel, die transdisziplinäre Forschung- und Entwicklung mit dem Schwerpunkt Implantatforschung in Niedersachsen zu bündeln. Hannover ist mit dem NIFE zu einem führenden Standort der biomedizinischen Forschung und Entwicklung geworden.

Die Institute und Arbeitsgruppen der Naturwissenschaftlichen Fakultät, Behrens, Blume, Dräger, Kirschning und Scheper, sind Mitglieder des NIFE und unterhalten Forschungslaboratorien. Im Zentrum der Forschungsaktivitäten stehen die Entwicklung und Funktionalisierung von neuen anorganischen und organischen Materialien sowie die Produktion und Verarbeitung von biomedizinisch relevanten Proteinen für die Nutzung im Tissue-Engineering und in der Implantatforschung. Unterfüttert wird diese materialorientierte Forschung durch die Gruppe Blume, die diese Materialien biologisch validiert.

TRUST – Räumliche Transformation. Zukunft für Stadt und Land.

Im August 2016 eröffnete das Forschungszentrum TRUST. Es ging aus der Forschungsinitiativen »TRUST - Transdisciplinary Rural Development Studies« und »Raum & Region - Geschichte Planung Entwicklung« hervor, die sich beide mit Fragen der Raumentwicklung befassten. Die Zusammenführung der bislang stärker naturwissenschaftlich-technisch orientierten TRUST-Disziplinen mit dem geistes- und sozialwissenschaftlichen Schwerpunkt der Forschungsinitiative Raum & Region erlauben eine außerordentliche Bandbreite zur Abdeckung einer großen Anzahl von Fragestellungen auf dem Gebiet der räumlichen Transformation, dem Wandel von Infrastrukturen, Produktionsprozessen, Regulierungssystemen und Lebensstilen hin zur Klimaverträglichkeit.