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Dr. Christin Bündig: „Es begeistert mich, unseren Studierenden die Reaktion von Pflanzen auf Umwelteinflüsse zu vermitteln“

Dr. Christin Bündig: „Es begeistert mich, unseren Studierenden die Reaktion von Pflanzen auf Umwelteinflüsse zu vermitteln“

© Fabian Niebauer
Dr. Christin Bündig im In-vitro-Labor am Institut für Pflanzengenetik: Hier werden 96 Kartoffelsorten unter osmotischem und Salzstress analysiert.

Portraits von Nachwuchsforschenden der Naturwissenschaftlichen Fakultät
„Und, woran forschen Sie so?“

Das Temperaturhoch im Frühsommer führt es vor Augen: Die Kartoffelernte von morgen sicherzustellen, ist eine wachsende Herausforderung. Als eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel rückt die Kartoffel zunehmend in den Fokus der Forschung. Dr. Christin Bündig erforscht an 96 Kartoffelsorten, wie diese mit Umweltstress umgehen – von Salz über Hitze bis zu Trockenheit. Im Zentrum stehen dabei die Veränderungen im Wachstum mit spezieller Rolle der Wurzelbeschaffenheit für die Stresstoleranz. Ein wichtiger Meilenstein ist ihr kürzlich bewilligtes DFG-Projekt „Identifizierung von molekularen Mechanismen und Kandidatengenen für Salzstresstoleranz bei Kartoffelgenotypen“, das die molekularen Grundlagen dieser Anpassungsmechanismen entschlüsseln soll. Für uns Anlass, genauer nachzufragen:

Drei Fragen an eine Pflanzenphysiologin: Dr. Christin Bündig vom Institut für Pflanzengenetik

Webredaktion Naturwiss. Fakultät: Wie ließe sich Ihre Forschung in vier Zeilen beschreiben:
Christin Bündig: Meine Forschung untersucht, wie unterschiedliche Kartoffelsorten auf Stress durch Salz, Hitze und Trockenheit reagieren. Ziel ist es, die Faktoren hinter der Toleranz einzelner Sorten zu entschlüsseln. Mit diesem Wissen lassen sich beispielsweise robustere Kartoffelpflanzen züchten, die an das sich verändernde Klima angepasst sind. So tragen wir zu stabileren Ernten bei und unterstützen die Landwirtschaft bei schwierigen Bedingungen.

Wie sieht Ihr Forscherinnengeist aus, was treibt Sie an?
In der angewandten Pflanzenphysiologie fasziniert mich, wie Pflanzensorten auf Umwelteinflüsse reagieren und wie wir diese Erkenntnisse für die Züchtung nutzen können. Nur ein umfassendes Verständnis von physiologischen Prozessen erlaubt es, Wachstumsbedingungen gezielt und evidenzbasiert zu optimieren. Zudem begeistert es mich, unseren Studierenden die Stressphysiologie von Pflanzen im Kontext des Klimawandels zu vermitteln und an aktuelle Forschungsfragen heranzuführen. Wissenschaftlich fundiertes Wissen verständlich weiterzugeben, ist für mich eine wesentliche Aufgabe.

Was brauchen Sie heute im Beruf, was Sie im Studium nicht gelernt haben?
Im Studium habe ich wertvolle theoretische und praktische Kenntnisse erworben, die ich während meiner Promotion weiter vertiefen konnte. Im Laufe meiner Karriere habe ich jedoch erkannt, wie wichtig es ist, frühzeitig die Forschungslandschaft und Fördermöglichkeiten zu verstehen. Zudem habe ich die Bedeutung von Zusammenarbeit und Austausch mit anderen Forschenden schätzen gelernt, um Ideen zu verfeinern und innovative Projekte voranzutreiben. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ist zentral für den Erfolg meiner Forschung.


Christin Bündig studierte Plant Science an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bonn, promovierte in Hannover von 2012 bis 2016 in der vormaligen Abteilung Gehölz- und Vermehrungsphysiologie von Frau Prof. Dr. Traud Winkelmann und ist seit 2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Reproduktion und Entwicklung. Heute arbeitet sie als Postdoc und Projektverantwortliche und lehrt im Bereich Biotechnologie und Physiologie. Zudem ist sie in der Studienkommission Pflanzenbiotechnologie sowie im Institutsvorstand engagiert, Mitglied im TIB-Nutzerbeirat, stellvertretende S1-Projektleiterin sowie Sicherheitsbeauftragte ihrer Abteilung und betriebliche Erst-Helferin. „Es war viel los in den letzten Jahren“, resümiert Frau Bündig, die auch Mutter von drei Kindern ist. Ihr Werdegang, mit wissenschaftlicher Karriere und Familienleben, setzte auf gutes Mentoring und starken familiären Rückhalt. 

Die Portrait-Reihe „Und, woran forschen Sie so?“ stellt die Nachwuchsforschenden unserer Fakultät vor. Anhand ausgewählter Fragen entstehen persönliche Einblicke in die Vielfalt aktueller Forschungsarbeit. So lässt sich Forschung entdecken – und der Mensch, der mit viel Leidenschaft dahintersteht.