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„Handbuch Klimabildung“ erschienen: umfassendes Kompendium zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

„Handbuch Klimabildung“ erschienen: umfassendes Kompendium zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

Forschendes Lernen: Experimente sind ein wichtiger Baustein in der Klimabildung

Wege für nachhaltige Bildungsprozesse

Die Klimakrise verändert tiefgreifend unsere Gesellschaft und unsere Umwelt. Ihre Folgen sind in allen Lebensbereichen spürbar – und sie stellen Bildungseinrichtungen vor neue Herausforderungen. Forschende der Leibniz Universität Hannover, der Universitäten Hamburg, Kassel, Halle-Wittenberg und Münster, allesamt mit Professur in der Biologiedidaktik, der Chemiedidaktik und der Physikdidaktik, haben daher das Handbuch Klimabildung herausgegeben.
Der Sammelband vereint wissenschaftliche Beiträge und Praxisbeispiele und bringt führende Stimmen aus Wissenschaft, Bildung und Politik zusammen: Das Handbuch bietet ein Nachschlagewerk für alle, die Klimakompetenz vermitteln. Es richtet sich an Lehrkräfte, Bildungsakteure, Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie Forschende, die neue Strategien der Wissensvermittlung entwickeln wollen – von der Schule bis zur Hochschule.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Bildung Kompetenzen für nachhaltiges Handeln stärkt und gesellschaftliche Verantwortung fördert. Das Handbuch fasst aktuelle Forschung zur Wirksamkeit von Klimabildung zusammen. Es zeigt, wie Bildung klimapolitischer Desinformation, mentalen Barrieren und psychologischen Hürden entgegenwirken kann. Zudem finden sich didaktische Impulse und Beispiele erfolgreicher Initiativen – etwa aus Klimaschulen.

Die Publikation ist nicht nur Handreichung, sondern versteht sich als bewusstes Statement, wie Prof. Dr. Andreas Nehring vom Institut für Didaktik der Naturwissenschaften (IDN) betont. Damit setzen die beteiligten Universitäten ein klares Signal: Klimabildung ist eine Querschnittsaufgabe. Das Handbuch zeigt, wie Klimathemen in Unterricht, Hochschullehre und Weiterbildung verankert werden können – und wie Bildung im 21. Jahrhundert neu gedacht werden muss: interdisziplinär, kooperativ, engagiert.

Die Rolle(n) der Chemie im Klimawandel: Ursachen und Chancen

Andreas Nehring, Professor für Didaktik der Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Chemiedidaktik, zeigt in seinem Kapitel „Klimabildung im Chemieunterricht – submikroskopische Einblicke und globale Auswirkungen“ die chemiebezogenen Aspekte der Klimabildung auf. Der Fokus liegt auf chemischen, chemiedidaktischen und unterrichtspraktischen Grundlagen, indem es die Verbindung zwischen einzelnen Moleküleigenschaften und weltweiten Folgen beleuchtet. Im Mittelpunkt steht das chemische Wissen zur Klimabildung, die Integration dieser Inhalte in Curricula, Diskurslinien zukünftiger Forschungen sowie Unterrichtsbeispiele, die ein tieferes Verständnis der Klimakrise fördern können. Neben chemischen Grundlagen werden auch menschliche Handlungen betrachtet, die zur Erhöhung der Treibhausgaskonzentrationen beitragen, sowie die Rolle der Chemie als Lösungsanbieter für die Klimakrise. Es wird zudem aufgezeigt, dass eine chemisch fundierte Klimabildung weit über reines Fachwissen hinausgeht und soziale, politische und wirtschaftliche Perspektiven umfasst.

Klimabildung als Schlüssel in allen Lernumgebungen

Klimabildung stärkt Wissen, Verantwortung und Handlungskompetenz im Hinblick auf Nachhaltigkeit. In Niedersachsen adressiert das Klimaschutzjahr 2026 gezielt die Verzahnung von Bildungsinitiativen, Schulprojekten und Fortbildungen, um den Weg für nachhaltige Bildungsstrukturen zu ebnen.

Handbuch Klimabildung, herausgegeben von Dietmar Höttecke, Susanne Heinicke, Helge Martens, Andreas Nehring und Thorid Rabe, 843 Seiten, Springer Fachmedien Wiesbaden, erschienen am 19.10.2025; https://doi.org/10.1007/978-3-658-48374-6