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Dr. Dennis Kollofrath: „Es begeistert mich, wenn Forschung praktische Wirkung entfaltet.“

Dr. Dennis Kollofrath: „Es begeistert mich, wenn Forschung praktische Wirkung entfaltet.“

© Stephan Siroky
Dr. Dennis Kollofrath am Institut für Anorganische Chemie: Dort hat er ein Hydrogel entwickelt, das Mikroplastik in Gewässern bekämpft.

Portraits von Nachwuchsforschenden der Naturwissenschaftlichen Fakultät
„Und, woran forschen Sie so?“

Im Juli 2025 publizierte ein Team des Instituts für Anorganische Chemie um Prof. Dr. Sebastian Polarz einen viel beachteten Artikel in nature communications, in dem sie beschreiben, wie sich Mikroplastik in Gewässern durch ein selbstregulierendes Material abbauen lässt. Wir waren neugierig, wer hinter diesem spannenden Forschungsprojekt steht und baten den Erstautor der Studie, Dennis Kollofrath, uns folgende Fragen zu beantworten:

Drei Fragen an einen jungen Chemiker: Dennis Kollofrath vom Institut für Anorganische Chemie

Webredaktion Naturwiss. Fakultät: Können Sie uns Ihre Forschung in vier Zeilen beschreiben? 
Dennis Kollofrath: Ich forsche an Hybridmaterialien aus porösen Organosilikat-Nanopartikeln und Polymeren. Mich interessieren smarte Systeme, die aktiv mit ihrer Umgebung wechselwirken. Ein Schwerpunkt sind Materialien für die Wasseraufbereitung. Dazu nutze ich vielfältige Analysemethoden, um Struktur, Oberfläche und Funktion präzise zu verstehen.

Wie sieht ihr Forschergeist aus: Was treibt Sie an?
Mich begeistert es, wenn Forschung direkt spürbare Wirkung entfaltet – sei es, Materialien zu entwickeln, die Schadstoffe aus Wasser entfernen, oder neue Implantatmodelle für den SIIRI-Sonderforschungsbereich zu entwickeln. Ich liebe es, anwendungsnah zu arbeiten und zu sehen, wie die von mir gestalteten Materialien tatsächlich funktionieren. Gleichzeitig motiviert mich der Wunsch, Menschen für die Wissenschaft zu begeistern, Vertrauen in Fakten zu stärken und zu zeigen, wie spannend, relevant und lösungsorientiert Forschung sein kann.

Gab es für Sie ein Aha-Erlebnis, das Ihnen den Einstieg in die Forschung eröffnet hat?
Mein Aha-Moment kam im fünften Semester während eines Praktikums in der Festkörper- und Materialchemie. Dort haben wir zum ersten Mal etwas hergestellt, das tatsächlich einen Nutzen, eine Anwendung hatte und nicht nur „für die Tonne“ war. Da wusste ich sofort: Ich will in der Materialchemie bleiben und praktisch anwendbare Forschung machen.


Dennis Kollofrath studierte Chemie an der Universität Konstanz (2012–2018). Anschließend begann er seine Promotion bei Prof. Dr. Sebastian Polarz. Als dieser 2020 an die Leibniz Universität Hannover berufen wurde, folgte er ihm dorthin, um seine Dissertation abzuschließen. In dieser Zeit entwickelte er die Struktur des Hydrogels und erwarb 202025 mit der Dissertation „Hybridmaterialien aus porösen Organosilikaten und funktionellen Polymeren“ erfolgreich den Doktortitel. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der AG Anorganische Molekül- und Materialchemie und forscht als Postdoktorand im interdisziplinären Verbund des SIIRI-Sonderforschungsbereichs – Sicherheitsintegrierte und infektionsreaktive Implantate an sequentieller Wirkstofffreisetzung.

Die Portrait-Reihe Und, woran forschen Sie so? stellt die Nachwuchsforschenden unserer Fakultät vor. Anhand ausgewählter Fragen entstehen persönliche Einblicke in die Vielfalt aktueller Forschungsarbeit. So lässt sich Forschung entdecken – und der Mensch, der mit viel Leidenschaft dahintersteht.