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Biodiversität in urbanen Räumen: Integration von Natur und Artenvielfalt in das Konzept der 15-Minuten-Stadt

Biodiversität in urbanen Räumen: Integration von Natur und Artenvielfalt in das Konzept der 15-Minuten-Stadt

Wie städtische Natur und ihre Artenvielfalt in das Konzept der 15-Minuten-Stadt integriert werden kann (Grafik: Imre Sebestyén)

Veröffentlichung in Nature Communications zeigt das Potenzial der 15-Minuten-Stadt für Mensch und Biodiversität auf 

Das wegweisende Konzept der 15-Minuten-Stadt (Moreno et.al 2021) nimmt die Bedürfnisse von Menschen in ihrer städtischen Umgebung in den Blick: Mobilität, Infrastruktur, Dienstleistungen. Menschen profitieren klar von kurzen Wegen. Dieser Ansatz ist ebenso wertvoll für Tiere und Pflanzen, die auf ausreichende Lebensräume in der erreichbaren Umgebung angewiesen sind.
Die Studie an der Leibniz Universität Hannover und der Technischen Universität München, von Prof. Dr. Nadja Kabisch, Professorin für Digitale Landschaftsökologie am Institut für Erdsystemwissenschaften der Leibniz Universität, und Prof. Dr. Monika Egerer, Professorin für Urbane Produktive Ökosysteme an der Technischen Universität München, zeigt, wie sich Natur und Biodiversität in das städtische Leben integrieren ließen. 
Das adressiert zudem den wachsenden Verlust von Naturerfahrungen: Der ungebrochene Bedarf an Wohnraum und Infrastruktur treibt die Urbanisierung an. Das bedeutet vor allem Versiegelung und Verlust von Freiflächen. Durch die Einbindung von Grünflächen und Natur in die Stadtplanung, etwa kleine Grünräume zwischen dichter Bebauung, Gemeinschaftsgärten, kleine Habitatinseln oder Pop-up-Projektekann sowohl die Lebensqualität für Menschen verbessert als auch die Biodiversität gefördert werden. Eine Herausforderung besteht darin, solche Konzepte fair und inklusiv innerhalb der bestehenden urbanen Infrastruktur zu entwickeln und umzusetzen.

Es gilt, Städte nicht nur für menschliche Bewohner, sondern auch für Tiere und Pflanzen lebenswerter zu gestalten, was gleichzeitig die Beziehungen zwischen Menschen und Natur stärkt.
Die Studienautorinnen zeigen Beispiele auf und entwerfen Bausteine für eine klimaresiliente und gesunde Stadt der Zukunft und stellen vier Ansatzpunkte heraus: Vielfalt, Dichte, Nähe sowie technologische Unterstützung. Als wichtige Ergänzung wird ein Monitoring empfohlen, um sowohl Lebensqualität als auch Biodiversitätsergebnisse zu messen.