Forschung
Exzellenzcluster

Exzellenzcluster

mit Beteiligung der Naturwissenschaftlichen Fakultät

In der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder wird mit dem Instrument der Exzellenzcluster die universitäre Spitzenforschung gefördert. Unter Beteiligung der Naturwissenschaftlichen Fakultät sind zwei Cluster erfolgreich aus der aktuellen Antragsrunde der Leibniz Universität Hannover hervorgegangen.

HEARING4ALL – EXZELLENZCLUSTER ZU GRUNDLAGENFORSCHUNG UND ANWENDUNGEN IM HÖRBEREICH

Hören für alle Menschen, in jeder Situation und zu jeder Zeit: So lautet das Ziel des interdisziplinären, seit nunmehr fast sieben Jahre laufenden Verbundprojekts Hearing4all. In der deutschen Bevölkerung leiden 18 Prozent – darunter mehr als die Hälfte der über 65-Jährigen – an einem behandlungsbedürftigen Hörverlust. Durch optimierte individualisierte Hör-Diagnostik und der Versorgung mit persönlichen Hörhilfen – vom Hörgerät bis zum Implantat – wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Kommunikationssituation der Betroffenen entscheidend verbessern, sei es bei der Arbeit, im Verkehr oder zuhause. 

Die Federführung dieses wissenschaftlichen Zusammenschlusses rund um das Thema Hören hat die Universität Oldenburg inne, die den erfolgreichen Antrag gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover und der Leibniz Universität Hannover stellte.

Die Aufgaben der Leibniz Universität Hannover liegen im Bereich der Naturwissenschaften und der Ingenieurstechnik. Das Institut für Mikroelektronische Systeme konzeptioniert und implementiert auf der Basis modernster Halbleiter-Technologien hochkompakte Prozessorarchitekturen, die mit extrem geringem Energieumsatz auskommen.

Am Institut für Anorganische Chemie werden vom Arbeitskreis Behrens Materialien und Methoden entwickelt, die es erlauben, vom Cochlea-Implantat aus Medikamente freizusetzen, die helfen, die beeinträchtigte biologische Situation im Innenohr zu verbessern. Dabei wird eine kontrollierte lokale, gegebenenfalls von außen steuerbare Wirkstoff-Freisetzung angestrebt.

Am Institut für Quantenoptik werden moderne optogenetische Methoden entwickelt, die zu einem neuen Konzept der Stimulation der Hörnervenzellen führen sollen. In einem gemeinsamen Projekt der Institute für Technische Chemie, für Anorganische Chemie und für Quantenoptik sollen auch solche optogenetischen Methoden zur Triggerung der Wirkstoff-Freisetzung genutzt werden.

Stv. Sprecher (Hannover, MHH): Prof. Dr. Thomas Lenarz


PHOENIXD: PHOTONICS, OPTICS AND ENGINEERING – INNOVATION ACROSS DISCIPLINES

PhoenixD: Photonics, Optics and Engineering – Innovation Across Disciplines ist eine fakultätsübergreifende Initiative von Physik, Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik und Chemie, um Design und Herstellung von optischen Systemen neu zu definieren. Ziel ist es, die Elemente Optikdesign, Optiksimulation und moderne Produktionsmethoden zu einer einzigen integrierten Plattform zusammenzuführen. Es sollen damit individuelle und hochfunktionelle präzisionsoptische Systeme entworfen und hergestellt werden.

Die Naturwissenschaftliche Fakultät beteiligt sich über die Gruppen Behrens und Bigall an dem beantragten Exzellenzcluster. Die Arbeitsgruppen werden neuartige optische Materialien herstellen, diese im Hinblick auf ihre Prozessierbarkeit optimieren und ihre Eigenschaften simulieren.

Die designierten Sprecher von PhoenixD sind: Prof. Dr. Uwe Morgner, Prof. Dr.-Ing. Ludger Overmeyer und Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Kowalsky. Prof. Dr. Peter Behrens leitet die integrierte Nachwuchsinitiative „PhoenixD Research School“.