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Professur für Digitale Landschaftsökologie: Nadja Kabisch erforscht urbane Räume

Professur für Digitale Landschaftsökologie: Nadja Kabisch erforscht urbane Räume

Nadja Kabisch ist als neue Professorin für Digitale Landschaftsökologe an die Leibniz Universität Hannover berufen worden. Sie hat ihre Tätigkeit am Institut für Physische Geographie und Landschaftsökologie (PhyGeo) am 1. April 2022 aufgenommen.

Ökosystemfunktionen und Landschaftsökologie

Nadja Kabisch studierte Geographie an der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg sowie im Rahmen eines Auslandssemesters an der Université de la Réunion in Saint Denis. Nach ihrem Diplom forschte sie im Rahmen des EU-FP6 Projektes PLUREL am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung-UFZ Leipzig im Department Landschaftsökologie zu Europäischer Bevölkerungsentwicklung, Landnutzungsänderungen und Ökosystemleistungen insbesondere in urbanen und peri-urbanen Gebieten. Sie promovierte zu diesen Forschungsergebnissen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Die intensive thematische Beschäftigung mit landschaftsökologischen Fragestellungen war später auch Teil ihrer wissenschaftlicher Tätigkeit als Postdoc: im BiodivERsA-Projekt URBES und im EU-FP7-Projekt GREENSURGE in der Abteilung Landschaftsökologie an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie im Department Ecosystem Services des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung-iDiv in Leipzig. Hier forschte Frau Kabisch insbesondere zu naturbasierten Lösungen für Klimawandelanpassung und war Mitglied der EU-EKLIPSE Expert Working Group on Nature‐based Solutions to Promote Climate Resilience in Urban Areas.

Ausgezeichnete Wissenschaftlerin

Seit August 2017 leitet Nadja Kabisch die BMBF-FONA-Nachwuchsforschergruppe GreenEquityHEALTH, die sich mit den immer wichtiger werdenden Fragen der Umweltgerechtigkeit und möglichen Gesundheitseffekten von Grünflächen im Kontext von Klimawandel beschäftigt. Ihr Interesse zu gesundheitsrelevanten Fragestellungen zeigt sich zudem in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Forschenden aus den Bereichen Psychiatrie, Psychologie und Neurowissenschaften der Charité Berlin im Forum Neurourbanistik. Von 2019 bis 2020 war Nadja Kabisch als Gastprofessorin für Stadtökologie an die Technische Universität Berlin (TU) berufen. Nadja Kabisch ist zudem als Contributing Author Teil der Arbeitsgruppe III zu Mitigation of Climate Change des 6. IPPC Assessment Reports und war 2020 und 2021 gelistet als Highly Cited Researcher im Web of Science.
Frau Kabisch ist Mitglied des Fachgremiums Human Mobility, Environment and Space (SH7) im Peer-Review-Verfahren der ERC Consolidator Grants 2021. Die Gremienmitglieder werden vom Europäischen Forschungsrat ausgewählt und eingeladen.

Mit ganzheitlichen Ansätzen und konkreten Umweltdaten

Die Schwerpunkte der Forschung von Nadja Kabisch und ihrer Arbeitsgruppe in Hannover sind interdisziplinär ausgeprägt. Sie erforschen die Folgen der globalen Veränderungen: Prozesse wie Landnutzungswandel, Klimawandel und Urbanisierung und Auswirkungen auf die Funktionalität von Ökosystemen und deren Bereitstellung von Ökosystemleistungen, vor allem im städtischen und stadtnahen Raum. Somit adressiert ihr Forschungsinteresse ökologische Funktionen und Prozesse sowie deren Interdependenzen mit sozialen Systemen hinsichtlich der Auswirkungen auch auf den Menschen, beispielsweise im Kontext von Gesundheit und Wohlbefinden.

In diesem landschaftsökologischen Kontext sollen systemische Ansätze genutzt werde, welche sozial-ökologische mit sozial-technischen Ansätzen zusammendenken, insbesondere in Diskussionen zu Klimaanpassung, Nachhaltigkeit und Resilienz. Für diese inhaltliche Arbeit sollen innovative und moderne Mess- und Modellierungsansätze auf unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Skalen in einer digitalen Landschaftsökologie genutzt und kombiniert werden. Darüber hinaus wird Nadja Kabisch auch weiterhin im Rahmen angewandter Forschung mit lokalen und regionalen Akteuren der Umweltplanung z.B. im Rahmen von Implementierungsprozessen von naturbasierten Lösungsansätzen zusammenarbeiten.

Die Naturwissenschaftliche Fakultät gratuliert zur Professur und wünscht Frau Kabisch viel Erfolg für ihre Aufgaben.