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Mikrobiologin Natalia Tschowri erhält ERC Starting Grant als herausragende Nachwuchs­wissen­schaftlerin

Mikrobiologin Natalia Tschowri erhält ERC Starting Grant als herausragende Nachwuchs­wissen­schaftlerin

© Prof. Dr. Tschowri
Morphologie verschiedener Streptomyces-Kolonien aus „SecMessFunctions“

Prof. Dr. Natalia Tschowri vom Institut für Mikrobiologie hat für ihr Projekt „SecMessFunctions“ einen ERC Starting Grant erhalten.

Die Förderungen des Europäischen Forschungsrates (European Research Council – ERC) richten sich an Nachwuchsforschende, die vor zwei bis sieben Jahren promoviert haben. Mit der Summe in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Euro soll ihnen die Möglichkeit geboten werden, innerhalb von fünf Jahren eine eigene Forschungsgruppe aufzubauen und die wissenschaftliche Eigenständigkeit auszubauen.

SecMessFunctions steht als Projektakronym für „Second Messenger Functions“. Die Arbeitsgruppe von Frau Tschowri untersucht Funktionen und Regulation von sogenannten sekundären Botenstoffen. „Der Schlüssel zum bakteriellen Leben in fast jedem Lebensbereich unseres Planeten sind vielseitige Signalsysteme von Bakterien“, erklärt Professorin Tschowri. „In solchen Systemen sind sekundäre Botenstoffe entscheidende Informationsträger, die eine zelluläre Anpassung an verschiedene  Stressfaktoren ermöglichen.“

Neue Erkenntnisse über Antibiotika-produzierende Bakterien

In SecMessFunctions wird Natalia Tschowri die Wirkungsweisen von di-Nukleotiden als neuartige Signalmoleküle am Beispiel von Streptomyces-Bakterien untersuchen. „Streptomyceten sind unsere produktivsten Antibiotika-Produzenten und stellen ein hervorragendes System zur Untersuchung der multizellulären Differenzierung dar“, so Tschowri. Diese Bakterien leben im Boden, wo sie auf verschiedene Umweltreize treffen, die die Antibiotikaproduktion und eine komplexe Verwandlung von mehrzelligen Filamenten zu einzelligen Sporen auslösen.

Zusammen mit Prof. Dr. Russell Cox vom Institut für Organische Chemie und dem Biomolekularen Wirkstoffzentrum (BMWZ) wird auch untersucht, wie durch die sekundären Botenstoffe die Naturstoffsynthese optimiert werden kann.

Das vom ERC geförderte Projekt soll zur Entdeckung grundlegender neuer Prinzipien der bakteriellen Signalübertragung und Differenzierung führen. Außerdem könnte es neue zellwandassoziierte Ziele für die Entwicklung von Wirkstoffen und Werkzeuge zur Aktivierung der Antibiotika-Biosynthese identifizieren.