Paläoklimatische und stratigraphische Aspekte der Kreidezeit: Fachtagung bot viel Austausch
Vom 31. August bis zum 5. September 2025 fand die internationale geowissenschaftliche Fachtagung International Cretaceous Symposium an der Leibniz Universität Hannover (LUH) statt: Forschende aus über 29 Ländern wurden von Prof. Dr. Francois Holtz, Prodekan für Lehre an der Naturwissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Ralph Watzel, Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), sowie Prof. Dr. Ulrich Heimhofer, Institut für Erdsystemwissenschaften, mit Grußworten empfangen.
Themen der Kreidezeit in Vorträgen, Ausflügen und Posterpräsentationen
Die rund 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten sich im Rahmen der internationalen Tagung zu unterschiedlichen Aspekten des erdgeschichtlichen Intervalls der Kreidezeit aus. In zwei parallelen Sessions fanden im Hauptgebäude der LUH wissenschaftliche Vorträge statt. Im Lichthof konnten aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse in Posterform studiert werden, zu denen Nachwuchsforschende mit Early Career Scientists Awards ausgezeichnet wurden.
Ein „mid-conference fieldtrip“ bot allen Teilnehmenden am Mittwochnachmittag die Gelegenheit, kreidezeitliche Gesteinsaufschlüsse rund um Hannover zu studieren. Vor Beginn der Tagung und auch nach deren Abschluss hatten die Forschenden darüber hinaus Gelegenheit, im Rahmen von zweitägigen Geländeexkursionen Gesteine der Kreidezeit in Norddeutschland zu studieren.
Die kreidezeitliche Treibhauswelt
Die Kreide – der jüngste Zeitabschnitt des Mesozoikums – erstreckte sich von 143,1 bis 66,0 Millionen Jahren vor heute. Diese geologische Ära war durch eine gänzlich andere plattentektonische Konfiguration, Lebewelt und Klima gekennzeichnet. Geowissenschaftliche Forschung zur Kreidezeit ist von großer Bedeutung, da dieses Zeitintervall eine der wärmsten Phasen des gesamten Phanerozoikums darstellt und durch einen hohen Meeresspiegel sowie das Fehlen polarer Eiskappen geprägt war.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die Entwicklung und Anwendung verschiedener geochemischer Methoden zu einem deutlich besseren Verständnis zentraler paläoökologischer Variablen wie Meeresoberflächentemperaturen, Karbonatsättigungszustand der Ozeane und paläoatmosphärischer CO₂-Konzentrationen geführt. Dennoch bestehen weiterhin erhebliche Wissenslücken hinsichtlich der Rolle des globalen Kohlenstoffkreislaufs, der Verwitterungsreaktionen oder des Klimas auf den Kontinenten.
Um die Zusammenhänge zwischen organismischer Evolution und Veränderungen der physikalischen Umwelt besser zu verstehen, sind Fortschritte in Datierungsmethoden und verbesserte Altersmodelle von entscheidender Bedeutung, ebenso wie die Entwicklung neuer Methoden und Techniken zur Untersuchung des Sedimentarchivs und seines Fossilieninhalts. Ein Schwerpunkt des Symposiums lag daher auf dem Thema integrierte Stratigraphie und der Einbindung neuer Datierungsmethoden. Zudem fanden im Rahmen der Tagung Treffen der internationalen sowie der deutschen Kommission für Kreidestratigraphie statt.
Das International Cretaceous Symposium in Hannover bot eine ideale Gelegenheit für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ihre Forschungsergebnisse zu paläoklimatischen und stratigraphischen Aspekten der Kreidezeit auszutauschen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer freuen sich nun auf das nächste Symposium, welches 2029 in Japan an der Kanazawa University stattfinden wird.