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AQUACOMBINE: Halophyten als Nutzpflanzen der Zukunft?

AQUACOMBINE: Halophyten als Nutzpflanzen der Zukunft?

Versalzene Böden und der weltweit steigende Süßwasserbedarf stellen landwirtschaftliche Betriebe vor große Herausforderungen. Wie kann der Bedarf an ökologisch und nachhaltig produzierten Gütern gedeckt werden? Das EU-Projekt AQUACOMBINE demonstriert eine Verbindung aus Aquakultur, Landwirtschaft und biologischer Verarbeitung. Die teilnehmenden Forschungsteams beschäftigen sich auch mit der Entsalzung belasteter Gebiete und den unterschiedlichen Verwendungsweisen alle Teile der salztoleranten Halophyten: Jenen widerstandsfähigen Pflanzen, die ohne Süßwasser angebaut werden können und die überdies in der Lage sind, Salz in ihrer Biomasse zu speichern und so den Bodensalzgehalt verringern. Prof. Dr. Jutta Papenbrock beschäftigt sich seit 20 Jahren mit Halophyten, ihrer Kultivierung und der Analyse ihrer Physiologie. Ihre Arbeitsgruppe am Institut für Botanik ist Teil des Projektkonsortiums.

Ungeahnte Möglichkeiten

Die jüngsten Untersuchungen zeigen, dass die Variabilität innerhalb der Gattung Salicornia noch größer ist als angenommen.  Damit wachsen sowohl die Aspekte, die es zu untersuchen gilt, als auch die Einsatzmöglichkeiten der Pflanze. „Ich denke, dass es wichtig sein wird, durch moderne Züchtungsansätze eine Vielzahl verschiedener Salicornia-Sorten zu entwickeln“, resümiert Frau Papenbrock nach der Präsentation der Zwischenergebnisse ihrer Forschungsgruppe.
Gemeinsam mit Ihrem Team erforscht die Professorin Anbaumuster von Halophyten mit dem Ziel, die Bedingungen zu identifizieren, die so viel Biomasse wie möglich produzieren und gleichzeitig eine optimale Zusammensetzung für die jeweilige Nutzung zu erreichen. Ihrer Einschätzung zufolge wird AQUACOMBINE die Frage beantworten, wie man Halophyten als landwirtschaftliche Nutzpflanze einsetzen kann – von der Aussaat bis zum Endprodukt ohne Abfall.